Die Inanspruchnahme der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung: Weiterhin im positiven Trend

16.09.2016

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) untersucht das Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik (HPI) jährlich die Inanspruchnahme der Maßnahmen der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) in der Fachstufe.

Wie bereits in den vergangenen Jahren kann auch in der diesjährigen Analyse ein positiver Trend in der Entwicklung der Unterweisungsintensitäten festgestellt werden. Die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung bleibt damit auch in 2015 – trotz sinkender Lehrlingszahlen – ein stark nachgefragtes Instrument in der handwerklichen Ausbildung.

 

Insgesamt waren 2015 für die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung in der Fachstufe 373 Unterweisungspläne vom BMWi für 111 Ausbildungsberufe anerkannt. Für 99 % der Handwerks-Lehrlinge im 2. bis 4. Ausbildungsjahr standen somit wieder Kurse der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung zur Verfügung.

 

In 2015 betrug der Rückgang der Lehrlingszahlen in der Fachstufe im Vergleich zum Vorjahr 2,6 %. Auch in den vorangegangenen Jahren wurden kontinuierlich sinkende Lehrlingszahlen ermittelt. Die Teilnahmezahlen in der ÜLU sind ebenfalls rückläufig, jedoch nicht im gleichen Verhältnis wie die Lehrlingszahlen: So betrug der Rückgang der Teilnahmezahlen in 2015 im Vergleich zum Vorjahr lediglich 0,2 %.

 

 

Bild: Entwicklung der Teilnahmezahlen der ÜLU in der Fachstufe sowie der Lehrlingszahlen
in der Fachstufe in den Jahren 2005 - 2015

 

Die ebenfalls vom HPI im Auftrag des BMWi durchgeführte ÜLU-Kostenanalyse hat gezeigt, dass vor allem bei den Gemeinkosten die durch das Ministerium anerkannte Kostenpauschale überschritten wird. Finanzierungsspielräume – resultierend aus dem Rückgang der Teilnahmen – ließen daher eine Anhebung der zugrunde gelegten Gemeinkostenpauschale zum 01.01.2015 von 1,80 € auf 2,10 € je Teilnehmerstunde zu.

 

Die Inanspruchnahme des Unterweisungsangebotes durch die Lehrlinge gibt Auskunft über die Verweildauer der Auszubildenden in überbetrieblichen Lehrgängen. Diese lag 2015 bundesweit im Schnitt bei 4,7 Wochen in der Fachstufe und ist somit im Vergleich zum Vorjahr erneut angestiegen.

 

 

Bild: Entwicklung der überbetrieblichen Unterweisungsintensitäten in der Fachstufe in den Jahren 2005 - 2015

 

Der positive Trend bei der Entwicklung der Unterweisungsintensitäten kann somit als ein deutliches Zeichen für die Qualität der Ausbildung und die Wertschätzung durch die Betriebe dokumentiert werden.

 

Die Förderung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung unterstützt maßgeblich die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe. Eine Grundvoraussetzung für die hohe Qualität der betrieblichen Ausbildung ist außerdem die flächendeckende Versorgung mit den überbetrieblichen beruflichen Bildungszentren als auch deren permanente Anpassung an die technologischen Erfordernisse. Bundes- und Landesministerien leisten hier einen wichtigen Beitrag.

 

Die Broschüre "Überbetriebliche Unterweisung im Handwerk 2015" ist hier als PDF-Dokument verfügbar.

 

Ansprechpartnerin:

Dipl.-Ök. Daniela Franke

Tel.:         0511 / 70 155-52

E-Mail:    franke@hpi-hannover.de